Wettbewerb: Meine Kommune 2020

Wir alle leben in Kommunen. Meistens fällt uns das in unserer globalen Welt gar nicht mehr auf. Und wenn es auffällt, dann hören wir nur von ihren Problemen, aber nicht von ihren Möglichkeiten und Ressourcen. Kommunen sind nicht statisch, sondern stetigem Wandel unterworfen und definieren ihre Rolle immer wieder neu. Unsere Kommunen in Schleswig-Holstein entwickeln sich gerade unter dem Vorzeichen der Globalisierung aber nur nach unseren Wünschen weiter, wenn wir uns ihrer selbst bewusst werden und ihre besonderen Stärken und einzigartigen Möglichkeiten fördern. Was aber sind die beson-deren Stärken und Möglichkeiten unserer Kommunen? Wie möchten wir in unserer Kommune in der Zukunft leben? Was heißt für uns nachhaltige Kommune?

Der Verein Partner der Zukunftsschule.SH hat dieses Thema in dem landesweiten Schulwettbewerb „Hier Leben 2020“ für das Schuljahr 2011/2012 aufgegriffen. 20 Teams  mit insgesamt 249 Schülerinnen und Schüler haben darin ihre Kommune (neu) kennen gelernt, eine Projektidee „Hier Leben 2020“ entwickelt und diese ihrem Stadt- bzw. Gemeinderat präsentiert.

In dem Wettbewerb waren folgende Themen angesprochen:

  1. Nachhaltigkeit in der Kommune
  2. Partizipation in der Kommune
  3. Projektarbeit in der Schule

Der Wettbewerb wurde in Kooperation mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holsteins (IQSH), der Christian Albrechts Universität zu Kiel, der Demokratie-kampagne „Schleswig-Holstein - Land für Kinder“ und dem Umweltministerium durchgeführt, das innerhalb seiner Nachhaltigkeitsstrategie 2011 mehr auf Kinder und Jugendliche fokussieren wollte. Unter dem Nachhaltigkeitsdach „Wir machen Zukunft“ übernahm Ministerpräsident Carstensen für unseren Schulwettbewerb die Schirmherrschaft.  Getragen wurde der Schulwettbewerb durch einen Projektstab, in dem die Kooperationspartner mit einer Person vertreten waren. Hier galt es die Meilensteine des Wettbewerbs vor- und nach zubereiten und kritisch zu begleiten. Finanziert wurde das Projekt im Wesentlichen durch Mittel der Bingo Projektförderung und der Demokratiekampagne SH.

Das Projekt war in 4 Phasen unterteilt:

Phase 1: Die Grundlage: SWOT-Analyse der Kommune und Projektskizze.

               (Zwischenbericht)               

Phase 2: Landesjugendkonferenz „Wir machen Zukunft“ - 4.2.2012

               Abgabe des Zwischenberichts

Phase 3: Vom Wissen zum Handeln –

               Einarbeiten der Anmerkungen zum Zwischenbericht

               Umsetzung und Präsentation der Projektidee vor dem Stadt-/Gemeinderat

               Projektdokumentation

Phase 4: Präsentation und anschließende Prämierung der Ergebnisse im Wissenschafts-

                 zentrum in Kiel am 18.6.2012 

 

Die Sieger

Am 29. Mai 2012 hatten die Ergebnisse der einzelnen Teams die Jury bereits sehr beeindruckt. Die Jury bestand aus Dr. Dietmar Fahnert (MELUR), Heike Hackmann (Bereich BNE und Globales Lernen), Dr. Wilfried Hoppe (Institut für Geographie der CAU Kiel), Carlotta Ickerd (FÖJ, Heinrich Böll Stiftung SH), Klaus Meeder (Sozialministerium) und Fritz Wimber (IQSH). Auf der Abschlussveranstaltung am Montag, 18. Juni 2012, kamen 135 Jugendliche mit ihren Lehrkräften, bei der sie sich zunächst wechselseitig bewerten mussten.

Die Bewertungen der Jugendlichen gingen zu 30 % in das Gesamtergebnis:

 1. Platz: Max Planck Schule Kiel – Kiel steigt auf!

               Klassenfahrt nach Freiburg/Breisgau

2. Platz: Gemeinschaftsschule Pönitz – Beach Bike

3. Platz: Jungmannschule Eckernförde - Team Wiederaufforstung Eckernfördes

4. Platz: Jungmannschule Eckernförde – Team Umgestaltung des Bahnhofs

5. Platz: Hebbelschule Kiel – Nutzungskonzept Anscharviertel

Sonderpreis der Jury: Emil von Behring Gymnasium Großhansdorf. 

Alle Jugendlichen erhielten eine Teilnahmeurkunde und einen Klimabaum der Stiftung Klimawald.

 

Fazit:

Die Ziele wurden im Vorfeld mit Indikatoren und Kennzahlen operationalisiert. Diese wurden voll erreicht. Abschließend lässt sich folgendes Fazit ziehen. 

Der Wettbewerb war ambitioniert. Folgerichtig haben wir ihn deshalb auch in der Wettbewerbszeit für die 11. Klassen geöffnet. Mit der Zahl der Teams sind wir innerhalb, mit der Zahl der erreichten Jugendlichen sind wir mit 248 unter unseren Erwartungen.

Beispielhaft ist die Vernetzung zwischen Schule, Lehrerfortbildung (IQSH), Lehrer-ausbildung (CAU Kiel), Lehramtsstudierenden, Demokratiekampagne und der Nachhaltig-keitsstrategie des MLUR. Die landesweite Vernetzung mit dem Landesjugendring und dem Nachhaltigkeitsstrategie SH hat sehr gut funktioniert.

An diesem Format sollte weitergearbeitet werden. Es sollte zur Tradition der Zukunfts-schule.SH werden, in jedem Schuljahr einen Themenschulwettbewerb anzubieten.

 Ein Glücksfall war es, dass das Projekt gemeinsam und mit viel Engagement von Lehramtsstudierenden begleitet werden konnte. Dies wurde von den Lehrkräften der Teams und den Jugendlichen selber sehr gerne angenommen.

Konkret konnten alle Teams konstruktive und erfreuliche Kontakte zu ihren Kommunen aufnehmen, auch wenn ein gemeinsames Netzwerk der beteiligten Kommunen mit landesweiten Auswirkungen nicht erreicht werden konnte.

 

Zu verbessern gilt:

Um angestrebte Zielzahlen zu erreichen, ist es wünschenswert, dass die Projektplanung  und -bewerbung genauso lange ist wie die Projektumsetzung selber. Dieses Projekt kon-nte seine Ausschreibungsmaterialien aus Fördergründen erst Anfang des neuen Schul-jahres produzieren. Optimal wäre es, wenn diese schon am Anfang des 2. Halbjahres des vorangehenden Schuljahres landesweit vorliegen würden. 

Bei einem weiteren Schulwettbewerb sollten im Vorfeld die Netzwerkakteure noch besser eingebunden werden. Während Akteure aus dem Themenfeldern Nachhaltigkeit, kommunale Nachhaltigkeit und Projektarbeit an Schulen sehr gut angesprochen und beteiligt waren, konnte der Schleswig-Holsteinische Städte- und Gemeindetag nicht als aktiver Kooperationspartner gewonnen werden. Damit wäre aber zum einen eine bessere Bewerbung des Wettbewerbs und zum anderen die Thematisierung des Themas kommunale Nachhaltigkeit in einem gemeinsamem Netzwerk der beteiligten Kommunen gewährleistet gewesen.